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28.09.2017, 09:43 Uhr | NTV
Unions-Frauen fordern mehr Posten
Frauenanteil in Fraktion sinkt
Angesichts des auf unter 20 Prozent gesunkenen Frauenanteils in der Unionsfraktion fordern die CDU/CSU-Parlamentarierinnen ein Gegensteuern - und erheben Anspruch auf rund ein Drittel der Führungspositionen. "Die Frauen in der Unionsfraktion müssen sichtbar bleiben", sagte die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, Karin Maag.

Von den 246 Unionsabgeordneten sind in der neuen Legislaturperiode nur 49 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 19,92 Prozent. Nach Angaben von CDU-Mitglied Maag liegt der Wert damit deutlich unter dem Schnitt der letzten Jahre von 25 bis 30 Prozent. Auch im gesamten Bundestag ist der Frauenanteil mit 30,7 Prozent so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr.

Maag forderte, bei der anstehenden Besetzung von Führungsposten in der Parlamentsarbeit - wie stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Sprecher und Ausschussvorsitzende - nun gezielt Frauen zu berücksichtigen. "Wir sollten analog der Regelungen der Parteien mindestens 30 beziehungsweise 40 Prozent der Spitzenfunktionen in die Hände von Frauen legen", sagte sie. Dabei gehe es nicht um die Erfüllung starrer Quoten, "sondern wir werden gezielt geeignete Frauen benennen", sagte Maag. "Wir müssen ins Gespräch kommen."

Mehr Frauen im Kabinett?


Hintergrund des niedrigen Frauenanteils ist unter anderem, dass die stärker mit Frauen besetzten Landeslisten unter anderem in Baden-Württemberg oder Bayern nicht zum Zuge kamen. Es müsse daher künftig dafür gesorgt werden, dass in den als sicher geltenden Wahlkreisen mehr Frauen als Direktkandidatinnen aufgestellt würden, sagte Maag.

Nach Angaben aus Fraktionskreisen hatte auch Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel das Thema auf der Fraktionssitzung am Dienstag angesprochen und den niedrigen Frauenanteil bedauert. Die Kanzlerin hatte ihrerseits in ihrem Youtube-Interview vor der Wahl gesagt, sie halte einen Frauenanteil von 50 Prozent im Kabinett für "absolut erstrebenswert".

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, nannte den weiteren Rückgang des Frauenanteils im Parlament bedauerlich. Zugleich hob sie hervor: "Wir sind stolz darauf, die Fraktion mit dem größten Anteil an Frauen zu stellen." Es sei gut, dass die Grünen im Bundestag "mit 58 Prozent Frauen ein Korrektiv".

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