Presse

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23.09.2015, 11:10 Uhr
Vertreter sollen Elternwillen ausdrücken
Hitzige Diskussion um Oberschule im Ausschuss – Politik erhofft sich ein „klares Votum“
Eine OBS ohne gymnasialen Zweig sei nicht attraktiv. Das meint Ausschussvorsitzender Ludger Schlüter.

Bad Zwischenahn Auch wenn das Votum des Schulausschusses zur Einrichtung einer Oberschule (OBS) ohne gymnasialen Zweig zum nächsten Schuljahr bei einer Gegenstimme letztlich deutlich war (die NWZ  berichtete), hatte die Diskussion über den CDU-Antrag noch einmal mächtig an Fahrt aufgenommen. Besonders Grünen-Ratsherr und Ausschussvorsitzender Ludger Schlüter machte keinen Hehl daraus, dass eine OBS ohne gymnasialen Zweig keine Alternative sei: „Das ist nicht attraktiv und falsch.“ Ein gymnasialer Zweig sei erforderlich, um auch leistungsstarken Schülern gerecht zu werden.

Schlüter missfiel vor allem das 2012 von der Hauptschule und Realschule erarbeitete „schlechte Konzept“. Eine Wertung, die Peter Röben, Leiter der Hauptschule, nicht unkommentiert ließ: Er sprach von einem „Affront allen Kollegen und Beteiligten gegenüber“. Das Konzept sei seinerzeit unter Zeitdruck des Rates nur für den Antrag erstellt worden. Ein detailliertes Konzept für eine Oberschule könne es noch nicht geben. Ein solches entwickele erst eine von der Landesschulbehörde eingesetzte Planungsgruppe unter Einbeziehung von Eltern und Schülern.

Unstimmigkeit herrschte im Ausschuss zunächst auch über die Form der Elternbeteiligung. So meinte Henning Dierks (SPD), dass es „nicht nachvollziehbar ist, dass man bei der IGS eine Elternbefragung macht, bei der OBS aber nicht“. Da der Elternwille aber zum Ausdruck kommen müsse, beantragte er die Beteiligung aller Schulelternräte der allgemeinbildenden Schulen, um ein „klares Votum“ zu erhalten. Ein Ansinnen, dem der Ausschuss mehrheitlich ebenso folgte, wie dem CDU-Antrag zur Einrichtung der OBS zum Schuljahr 2015/16.

Dass mit einem Ja der Eltern zu rechnen sei, deutete Elternvertreterin Cornelia Lüttmann an. Im Gemeindeelternrat habe es ein positives Votum für die OBS gegeben. Zugleich forderten die Eltern aber eine Einbindung in die Erstellung des Konzeptes und die Überprüfung in regelmäßigen Abständen, ob ein gymnasialer Zweig ergänzt werden soll. Auch diesem Wunsch folgte die Ausschussmehrheit.

 

Angesichts sinkender Anmeldezahlen aufgrund von Abwanderung Zwischenahner Schüler an umliegende Oberschulen hatte Realschulleiterin Renate August die Politiker aufgefordert, „nicht erst zu reagieren, wenn wir nicht mehr aktiv eingreifen können“. Es gelte jetzt, „zukunftsträchtige Perspektiven“ zu entwickeln. Ansonsten werde langfristig nicht nur die Schülerzahl sinken, sondern auch die der Lehrkräfte. Damit sei das Angebot der Schule gefährdet. Gleiches gelte für die Hauptschule, so Röben. Verhindert werden könne das nur durch Einrichtung einer OBS, meinte Maria Bruns (CDU).

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