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26.08.2010, 10:14 Uhr | NordwestZeitung Ammerland, mit freundlicher Genehmigung
Diskussion Podiumsgespräch mit Kultusminister und Vertretern Zwischenahner Bildungseinrichtungen
Ohrwege/elg Welchen Weg Niedersachsens Schulen in Zukunft beschreiten werden – darauf konnten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im „Ohrweger Krug“ keine endgültige Antwort geben. Um die „bildungspolitischen Herausforderungen für Niedersachsen“ ging es bei der Veranstaltung, zu der die Ammerländer CDU eingeladen hatte. Und auch wenn die Antworten auf die Fragen noch offen sind – einig waren sich die Podiumsgäste, dass auf Schulen, Gemeinden und Land ein „Berg“ an Hausaufgaben zukommt. Ehrengast des Abends: der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Mit ihm diskutierten Schulleiter aus der Gemeinde Bad Zwischenahn (die NWZ berichtete).
Der Abend bot viel Diskussionsstoff – sowohl für die vier Rektoren als auch für die Zuschauer im Saal. Was ist in Hinblick auf Bildungsqualität und Lehrerausbildung zu tun? Was muss sich an der Struktur ändern? Wie muss die Ganztagsschule aussehen, damit sie Kindern Freizeit lässt? Und vor allem: Was bedeutet der demografische Wandel – gerade für die Grundschulen? Deren Anmeldezahlen würden in den kommenden Jahren um „20, 25, bis zu 40 Prozent in einzelnen Regionen“ sinken, so Althusmann. Auch die Schülerzahlen für Hauptschulen nähmen ab, Haupt- und Realschulen würden deswegen zusammengelegt.

Den Schulleitern bot der Abend zudem Gelegenheit, ihrem obersten Dienstherren ihre Situation zu schildern. „Wir haben an unserer Schule sehr motivierte Kollegen“, sagte zum Beispiel Patrick Wulf von der Grundschule Rostrup. Dennoch sei man an einem Punkt, an dem sich viele überlastet fühlten. Wulf wünsche sich „Zeit, das zu festigen, was wir gut können, um eben auch unsere Arbeit gut zu machen“. Ähnlich antwortete Realschulleiterin Renate August auf die Frage, was sie tun würde, wenn sie für einen Tag Kultusministerin wäre. Sie würde sich einen Spruch an die Wand hängen, sagte sie: „Gute Bildung wird nicht erreicht, indem man jede Woche eine andere Reformsau durchs Dorf treibt.“

https://www.nwzonline.de/ammerland/bildung/schulleiter-wuenschen-sich-mehr-zeit-fuers-einzelne-kind_a_1,0,813948223.html

Mehr Zeit für den einzelnen Schüler und eine Entlastung der Lehrer – diese Wünsche zogen sich durch den Abend. Der Zwischenahner Hauptschulleiter Reinhard Lobmeyer beklagte die mangelnde Anerkennung des Hauptschulabschlusses.

Klaus Friedrich (Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht) hofft, dass die durch das Abitur nach zwölf Jahren freiwerdenden Ressourcen genutzt würden, um Klassengrößen zu verringern. Ein Wunsch, der vielleicht in Erfüllung geht. Er wolle trotz des Schülerrückgangs Lehrerstellen erhalten, um 2011 die Klassengrößen zu verkleinern, so Althusmann. Das soll nicht die einzige Änderung bleiben. Noch 2010 sollen die Schulen zukunftsfähig werden: „Ich möchte, dass wir dieses Jahr die Weichen stellen.“

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